Ich fürchte deine Augen.
Sie schlagen die stummen Saiten meines Gesangs
scheuchen Vögel auf
vor den verschlossenen Türen des Vergessens
wecken Gespenster
in der schützenden Festung die ich hartnäckig baute
damit nichts mich berührte
noch jemals durchquerte
den Graben meiner Tränen.
Ein kleines Licht durchdrang
die Schwelle des Schattens.
Deine Augen suchen mich
und die meinen lachen
es lacht mein Körper von innen.
Ich verneine dich
und spüre doch Glück.
Unentschlossen, oberflächlich, alleswissend
seziere ich den neuen Klang in den Adern
überquere den Fluss ehe die Brücke gebaut ist
addiere und subtrahiere mögliche Tränen
mögliches Lachen
während du
auch spröde vor Angst
überlegst, die Zahl errechnest
die Trompeten putzt
die vielleicht
mit Donnergetöse
die Mauern von Jericho zerbrechen.
Gioconda Belli
http://www.youtube.com/watch?v=a5M0UaN5pI0&feature=related