... salut de nouveau

Wieder auf Reisen.
Du fragst oft nach mir.
Ich telephonier
noch vorm Zubettgehen mit dir.


Freu mich auf den Moment,
wenn ich steh in der Tür,

und du läufst mir jauchzend entgegen.

...

Und dann öffne ich meine Arme für dich.
Ja, dann öffne ich meine Arme für dich!


Dann öffne ich meine Arme, Gerhard Schöne (1992)


Samstag, 31. März 2012

Prayer


Whatever happens? Whatever
what is is what
I want. Only that. But that.

Galway Kinnell

http://www.youtube.com/watch?v=HtVmKirPQNw&feature=results_main&playnext=1&list=PL9164810B7E6EFD9E

Freitag, 30. März 2012

Meadows without names and dreams against




This is what,

at last, it is
to be
a human being.

Leaving nothing
out, not
one star, one
wren, one tear
out.

C. K. Williams

http://www.youtube.com/watch?v=GuXJhfDNkkA

Donnerstag, 29. März 2012

Jours comme des tournesols

Tage der wachen Augen
Tage, an denen nichts vorbeizieht
Sondern bleibt

Mit bebenden Fingerspitzen
Das Glück streifen
Und nichtsdestotrotz
Lächelnd
Nichts begreifen

Tage voller warmer Sonnenstrahlen
Und diesem Hauch zu viel Glückseligkeit

Luise


http://www.youtube.com/watch?v=G6QjLjBZcqs&feature=related

Mittwoch, 28. März 2012

...

So here I am, in the middle way, having had twenty years—
Twenty years largely wasted, the years of l'entre deux guerres
Trying to learn to use words, and every attempt
Is a wholly new start, and a different kind of failure
Because one has only learnt to get the better of words
For the thing one no longer has to say, or the way in which
One is no longer disposed to say it. And so each venture
Is a new beginning, a raid on the inarticulate
With shabby equipment always deteriorating
In the general mess of imprecision of feeling,
Undisciplined squads of emotion. And what there is to conquer
By strength and submission, has already been discovered
Once or twice, or several times, by men whom one cannot hope

To emulate — but there is no competition —
There is only the fight to recover what has been lost
And found and lost again and again: and now, under conditions
That seem unpropitious. But perhaps neither gain nor loss.
For us, there is only the trying. The rest is not our business.

T. S. Eliot

Dienstag, 27. März 2012

Städtische Sommernacht

Unten macht sich aller Abend grauer,
und das ist schon Nacht, was da als lauer
Lappen sich um die Laternen hängt.
Aber höher, plötzlich ungenauer,

wird die leere leichte Feuermauer
eines Hinterhauses in die Schauer
einer Nacht hinaufgedrängt,
welche Vollmond hat und nichts als Mond.

Und dann gleitet oben eine Weite
weiter, welche heil ist und geschont,
und die Fenster an der ganzen Seite
werden weiß und unbewohnt.

Rainer Maria Rilke



http://www.youtube.com/watch?v=qVWGJwJoXJs&feature=channel
http://www.youtube.com/watch?NR=1&v=iOYdTx8ElXE&feature=endscreen

Montag, 26. März 2012

Schlaflosigkeit mit Worten

Nachts gehen die Worte
auf Zehenspitzen
bewegen sich behutsam zwischen Dingen
ziehn sich aus Angst vor Lärm die Schuhe aus.
Über meine schlaflosen Schultern flattern sie.
Das Gedicht holt mich aus meinem Bett.
So groß ist die Stille im schlafenden Haus.
Der Lärm der Hände macht mich taub.
Ich berühr Buchstaben. Streichle die Tasten,
damit sie leise ihre Nöte nennen.
Nichts kommt hervor. Es ist die Stille, die da spricht.
Und draußen die Schatten,
die am Fenster rütteln.

Gioconda Belli

http://www.youtube.com/watch?v=-eCfwKJVC2c

Sonntag, 25. März 2012

Unzeitgemäße Schuld

Ein Augenblick der Einsamkeit
des Friedens
und der Nachmittag gehört mir.
Ich kann mich hinsetzen und lesen
ohne mich schuldig zu fühlen.
Ohne zu denken, ich müsse losgehen
und das Mittel kaufen, die Teppiche zu säubern
oder nach unten gehen, um mit dem Kind zu spielen.

Wie mag es sein, so frag ich mich,
wenn man nicht dauernd fühlt
man müsse an mehreren Orten sein zur gleichen Zeit?
Nicht zu denken, während man sich mit einem Buch hinflezt,
man müsse andres tun.
Anzuerkennen, wie es Männer tun,
die Wichtigkeit der Zeit,
die wir dem eigenen Wachsen widmen.
Wir Frauen
fühlen unbeirrt
daß wir jemandem die zeit wegstehlen.
Daß man vielleicht in eben diesem Augenblick
uns braucht
und uns nicht zur Verfügung hat.
Wir brauchen
ein richtiges Training
um uns nicht andauernd wegzuwischen,
kleinzumachen.

Ah, Frauen, meine Gefährtinnen!
Wann überzeugen wir uns endlich,
daß sie sehr weise war, die Geste,
Adam den Apfel
darzureichen.

Gioconda Belli