... salut de nouveau

Wieder auf Reisen.
Du fragst oft nach mir.
Ich telephonier
noch vorm Zubettgehen mit dir.


Freu mich auf den Moment,
wenn ich steh in der Tür,

und du läufst mir jauchzend entgegen.

...

Und dann öffne ich meine Arme für dich.
Ja, dann öffne ich meine Arme für dich!


Dann öffne ich meine Arme, Gerhard Schöne (1992)


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Mittwoch, 9. Mai 2018



Nichts ist das Universum gegen Dich:
Du, meine Rose, bist das All für mich!

William Shakespeare, Sonett 109, 1609

Freitag, 30. November 2012

Arbeiten macht müde


Eine Straße überqueren, um fort von zu Hause zu laufen,
das tut nur ein Junge, aber dieser Mann, der den ganzen
Tag auf der Straße herumläuft, ist kein Junge mehr,
und er läuft nicht fort von zu Hause.

                                                                 Nachmittage gibt es
im Sommer, wenn selbst die Plätze leer sind, hingedehnt
unter der Sonne, die schon sinkt, und dieser Mann, der jetzt ankommt
auf der Allee mit den nutzlosen Bäumen, bleibt stehen.
Lohnt es sich denn, allein zu sein, daß man immer noch einsamer wird?
Wenn man nur so herumläuft, sind die Plätze und Straßen
leer. Man muß eine Frau anhalten,
mit ihr sprechen und sie bewegen, zusammen zu leben.
Sonst spricht man für sich allein. Deshalb zuweilen
die nächtliche Trunkenheit, die Gespräche anknüpft
und die Pläne des ganzen Lebens erzählt.


Gewiß nicht durch Warten auf dem verlassenen Platz
begegnet man jemand, doch wer durch die Straßen geht,
bleibt manchmal stehen. Wenn sie zu zweit wärn,
auch wenn sie durch die Straßen gingen, das Haus würde sein,
wo jene Frau ist, und dann lohnte es sich.


Cesare Pavese




Dienstag, 20. November 2012

gallische feldwespen

Ich sah sie sterben am nachmittag
kleine tapfere gallierinnen
waren lautlos und friedlich
hab sie erst gar nicht bemerkt
suchten sich die wärmste stelle
im hohlen balkongestänge

später hab ich sie gezählt
gab ihnen namen von eins bis zwanzig
hab mich richtig in sie verliebt
in ihre langen grazilen beine
ihre schlanken hinterleiber
ihre orangenen fühler

kleine tapfere gallierinnen
hielten mir alles vom leib
fliegen stechmücken moskitos
unersättliche killerwespen
drehten in letzter sekunde ab
als wären die blumenkästen tabu

tapfere kleine gallierinnen
mümmeln sich immer enger zusammen
zu siebt zu acht stirbt es sich leichter
der herbststurm fegt durch die ritzen
stündlich nimmt er eine mit
die andern schmiegen sich ans gestänge

werden die nacht nicht überstehn
aber den whiskytod lehnen sie ab
götterblut lehnen sie ab
zuckerwasser ahornsirup
blütenhonig fehlanzeige
tough bis zuletzt keinen deal

tapfere kleine gallierinnen
ich sah die versteinerten flügel im wind
ich sah erzitternde körper
sah wie die hand nach ihnen griff
ich mach euch ein zeichen an meine tür
hier könnt ihr wohnen.

Michael Basse, Prachtmenschen, Verlag Ralf Liebe, Weilerswist 2008, Weilerswist


Sonntag, 18. November 2012

die häuser in meiner straße

die häuser in meiner straße
eine höhle im gebirge
der garten rot mit blumen
der bootssteg dort am strand
die blockhütte der schäfer
das nest, das an dem ast hängt
das helle am grund des brunnens
die rauchwölkchen über der ebene

die verkaufsstände des markts
die sitzbank auf dem dorfplatz
der weg zwischen den feldern
die verlassene fabrik

das eck unter der brücke
der quell der gefundenen quelle
die vorhalle des bahnhofs
das gelbe stroh im stall

der schatten des einzelnen pfirsichbaums
der staub der karawane
und das licht des horizonts
und der entfernteste stern

das alles ist mein zuhause und alles
war mir, ist mir, wird ein zuhause mir sein
so als säh ich die frische
wäsche der großmutter flattern

Enric Casasses, vier nach. Katalanische Lyrik nach der Avantgarde, Lyrik Kabinett, 2007, München






Dienstag, 4. August 2009

Turn me on


Like a flower
Waiting to bloom
Like a lightbulb
In a dark room
I'm just sittin here waiting for you
To come on home and turn me on

Like the desert waiting for the rain
Like a school kid waiting for the spring
Im just sitting here waiting for you
To come on home and turn me on

My poor heart
It's been so dark
Since youve been gone
After all your the one who turns me off
You're the only one who can turn me back on

My hi-fi's waiting for a new tune
My glass is waiting for some fresh ice cubes
I'm just sitting here waiting for you
To come on home and turn me on
Turn me on

Norah Jones