... salut de nouveau

Wieder auf Reisen.
Du fragst oft nach mir.
Ich telephonier
noch vorm Zubettgehen mit dir.


Freu mich auf den Moment,
wenn ich steh in der Tür,

und du läufst mir jauchzend entgegen.

...

Und dann öffne ich meine Arme für dich.
Ja, dann öffne ich meine Arme für dich!


Dann öffne ich meine Arme, Gerhard Schöne (1992)


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Sonntag, 5. November 2017

L'encre de tes yeux

Puisqu'on ne vivra jamais tous les deux
Puisqu'on est fou, puisqu'on est seul
Puisqu'ils sont si nombreux
Même la morale parle pour eux

J'aimerais quand même te dire
Tout ce que j'ai pu écrire
Je l'ai puisé à l'encre de tes yeux

Je n'avais pas vu que tu portais des chaînes
A trop vouloir te regarder
J'en oubliais les miennes
On rêvait de Venise et de liberté

J'aimerais quand même te dire
Tout ce que j'ai pu écrire
C'est ton sourire qui me l'a dicté

Tu viendras longtemps marcher dans mes rêves
Tu viendras toujours du côté 

Où le soleil se lève
Et si malgré ça j'arrive à t'oublier
J'aimerais quand même te dire
Tout ce que j'ai pu écrire
Aura longtemps le parfum des regrets

Mais puisqu'on ne vivra jamais tous les deux
Puisqu'on est fou, puisqu'on est seul
Puisqu'ils sont si nombreux
Même la morale parle pour eux
J'aimerais quand même te dire
Tout ce que j'ai pu écrire
Je l'ai puisé à l'encre de tes yeux

Francis Cabrel

Fa-ra-mi-neux....

Dienstag, 17. Oktober 2017

Fast schmerzlos

   So war das. Kaum einen Kilometer in der Minute, also hing das alles lange genug in der Luft, um ins Gedächtnis zu sinken; einen Abdruck zu hinterlassen wie Millionen anderer Bilder, die man dann in sich trägt und derentwegen der Mensch einem wirren Kaleidoskop gleicht und das Leben einer Halluzination, denn nichts von dem, was man betrachtet, ist, was es ist. Immer scheint etwas durch, schwimmt an die Oberfläche wie ein Tropfen Olivenöl, opalisiert, schillert und lockt wie Teufelswerk, wie ein Irrlicht, eine unendliche Verführung. Nichts kann man anfassen, ohne gleich etwas anderes zu berühren. Wie in einem alten Haus, wo ein leiser Tritt genügt, damit zwei Zimmer weiter die Gläser in der Anrichte klirren. So funktioniert der Verstand, und so bewahrt er uns vor dem Wahnsinn, denn wie könnte man leben, wenn die Ereignisse in der Zeit steckten wie Nägel in der Wand? Die Spinnweben der Erinnerung umgarnen den Kopf, und auch die Gegenwart ist deshalb nebelhaft, man kann sich sicher sein, daß sie fast schmerzlos zur Vergangenheit werden wird. 

Andrzej Stasiuk
aus: Andrzej Stasiuk, Die Welt hinter  Dukla, Suhrkamp, 2002, Frankfurt am Main



Samstag, 1. April 2017

Einer singt

Einer singt
aus Angst
gegen Angst

Einer singt
aus Not 
gegen Not

Einer singt
aus der Zeit 
gegen die Zeit

Einer singt
aus dem Staub 
gegen den Staub

Einer singt 
von den Namen
die Namen namenlos machen

Erich Fried
aus: Erich Fried, "Gedichte", dtv, 1995, München


Freitag, 24. März 2017

La lettre du sixième sens

Ma lettre portée par ellipse
ai demandé aux mots
toutes voiles fermées
de prendre le poids de l’oiseau
en plein vol
de rendre rapport d’écriture
et de déraison
de mélodie d’extravagance


Même en me trompant de parcours
mêlant la longue syncope des arcs-en-ciel
aux phrases séquestrées des réverbères
je n’ai toujours eu qu’un seul galop
la phrase mutilée
l’ordre des vertébrés


Celui qui crie trop fort
n’entend pas l’orage déchiré de ta bouche
dans ma vie qui se défait et se refait
comme une chevelure


Celui qui ne crie pas assez
n’entend pas la voix du silence
c’est à mourir de rire !
les hommes n’ont plus de couilles
mais des légendes
des blessures miaulantes


J’ai remis vois-tu
mon vêtement de marginalité
Je vais encore dans le sens des miroirs
Le temps que j’habite n’a pas de portes.


© Georges Castera
Aus: Les cinq lettres
Port-au-Prince : Imprimerie Natal, 1992

Brief des sechsten Sinns

Mein Brief, den die Ellipse trägt
habe die Worte gebeten
bei hängenden Segeln
das Gewicht der Vögel anzunehmen
im Sturzflug
vom Schreiben zu erzählen
und der Unvernunft von
Unerhörtem

Auch wenn ich mich in meiner Gangart täuschte
die lange Synkope des Regenbogens mischte mit
unter den Laternen eingefangenen Sätzen, hatte
ich doch immer nur diese Gangart
den verstümmelten Satz
die Ordnung der Wirbelsäule

Wer zu laut schreit
hört das aus deinem Mund gerissene Gewitter nicht
in meinem wie Haar, das sich zerzaust
und wieder stillgelegten Leben

Wer zu wenig schreit
hört nicht wie das Schweigen spricht
zum Totlachen!
diese Menschen ohne Trieb
nichts als Legenden und
Katzenjammer aus Blessuren

Schau, ich hab sie wieder angelegt
meine Marginalität
Ich gehe auf den Spiegel zu. Keine Türen
kennt die Zeit, die ich behause.

übersetzt von Lutz Seiler




Donnerstag, 23. Februar 2017

Je veux bien...

Encore toujours amoureuse d'elle...


Mittwoch, 22. Februar 2017

Anne Sila

Une fois, deux fois, mille fois: FRISSONS!!! 
Ô, la vache, que c'est magnifique et fabuleux et sublime!
Je suis éblouie!

Sonntag, 6. März 2016

Orpheus

In den Augen des Mannes spiegelt sich der Morgen, dem er über die Treppe eines Schachts entgegenschreitet. Neben ihm die Frau. Sie wenden den Blick nicht zurück, hinter ihnen herrscht Dunkelheit. Oben angekommen, folgen sie weiter dem Licht oder das Licht ihnen, das ist ein und dasselbe. Ganz selten sprechen sie miteinander, und wenn sie es tun, dann nur sehr sanft und leise, so, als wollten sie ein scheues Tier nicht aufschrecken. Im Augenblick, da das Licht auf etwas fällt, mag es auch von ganz unscheinbarer Natur sein, sieht es vollkommen und schön aus. Eine alte Holzbank, eine einzelne Blume am Straßenrand oder die schimmernden Haare der Frau und die weiche Hand des Mannes, die durch ihre Haare streicht. Jetzt ist schon alles in ein klares Licht getaucht, das Wasser dort im Bächlein, die Olive dort am Zweig des Baumes, und selbst der Wind ist von frischem Licht erfüllt. Xорошая моя, flüstert er ihr ins Ohr, meine Liebste, und sie erwidert seine Worte mit einem stillen Lächeln. Gegen Abend geht die Sonne unter, und es beginnt zu regnen. Aber sie gehen weiter im unaufhörlichen Licht. 

Tobias Premper, aus: "Durch Bäume hindurch", Steidl Verlag, 2013, Göttingen