... salut de nouveau

Wieder auf Reisen.
Du fragst oft nach mir.
Ich telephonier
noch vorm Zubettgehen mit dir.


Freu mich auf den Moment,
wenn ich steh in der Tür,

und du läufst mir jauchzend entgegen.

...

Und dann öffne ich meine Arme für dich.
Ja, dann öffne ich meine Arme für dich!


Dann öffne ich meine Arme, Gerhard Schöne (1992)


Posts mit dem Label Pablo Neruda werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Pablo Neruda werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Donnerstag, 20. Juli 2017

Gedicht

Wie gern hab ich dein Schweigen
und dass du dich verbirgst,
lass mich sprechen mit deinem Schweigen,
das so hell ist wie eine Lampe
und wie ein Ring so einfach.
Du bist verschwiegen wie die Nacht
und so klar wie der  Himmel
die Stille vom Stern und so unbefangen.
Wie gern hab ich dein Schweigen,
so entfernt, wie mit dem Tod vereint. 
Doch dann ein Wort, ein Lächeln
genügen mir zur Freude.

Pablo Neruda
aus: Christine Knödler (Hrsg.), Warum ist Rosa kein Wind?, Ravensburger, 2014, Ravensburg

Dienstag, 6. November 2012

IV




























Sturmgeladen ist der Morgen
im Herzen des Sommers.

Wie weiße Abschiedstüchlein wallen die Wolken,
es schwenkt sie der Wind mit reisefiebrigen Händen.

Zahlloses Herz des Windes,
das pocht über unserem verliebten Schweigen.

Es braust zwischen den Bäumen, göttlich, wie ein Orchester,
wie eine Sprache voller Kriege und Gesänge.

Wind, der in raschem Raub das raschelnde Laub entführt  
und die zuckenden Vogelpfeile aus ihrer Bahn wirft. 

Wind, der es niederwirft als Welle ohne Gischt,
als Wucht des Schwerelosen, geducktes Flammenlodern. 

Es birst und versinkt als Masse von Küssen,
zerschmettert an der Pforte des Sommerwindes. 

Pablo Neruda




 

Freitag, 2. November 2012

V

Damit du mich erhörst,
machen sich meine Worte
manchmal so zart
wie die Spuren der Möwen auf dem Strand.

Halskette, trunknes Klimperglöckchen
für deine Hände, sanft und glatt wie Weinbeeren.

Und ich sehe sie fern von mir, meine Worte.
Deine sind sie mehr als meine.
Sie klettern an meinem alten  Schmerz empor wie Efeu.

An den feuchten Wänden klettern sie empor.
Du bist schuld an diesem blutigen Spiel.

Sie fliehen aus meinem finsteren Bau.
Alles erfüllst du, alles, alles.

Einst bevölkerten sie die Einsamkeit, die nun du bewohnst,
und sie sind mehr als du vertraut mit meiner Traurigkeit.

Jetzt will ich, daß sie sagen, was ich dir sagen will,
damit du sie so hörst, wie ich möchte, daß du mich hörst.

Der Wind der Angst reißt sie noch immer von hier nach dort.
Traumorkane werfen sie manchmal zu Boden.
Andre Stimmen vernimmst du in meiner gepeinigten Stimme.
Schluchzen von alten Mündern, Bluten von alten Bitten.
Liebe mich doch, Gefährtin. Verlaß mich nicht. Sei mit mir.
Sei mit mir, Gefährtin, in dieser Woge von Angst. 

Doch langsam nehmen meine Worte die Farbe deiner Liebe an.
Alles besetzt du, alles, alles.

Ich werde aus allen eine endlose Kette machen
für deine weißen Hände, sanft und glatt wie die Weinbeeren.

Pablo Neruda