... salut de nouveau

Wieder auf Reisen.
Du fragst oft nach mir.
Ich telephonier
noch vorm Zubettgehen mit dir.


Freu mich auf den Moment,
wenn ich steh in der Tür,

und du läufst mir jauchzend entgegen.

...

Und dann öffne ich meine Arme für dich.
Ja, dann öffne ich meine Arme für dich!


Dann öffne ich meine Arme, Gerhard Schöne (1992)


Samstag, 22. Januar 2011

Comment faire une diazotypie...

Das Schweigen ausbreiten
einer Decke gleich
Die Wärme befühlen
der Kälte ausweichen
dem Klang der Regentropfen
nur noch Gehör schenken
Einhüllen
Nussecken essen
Ankommen
Geliebt werden
Aufstehen
und gehen
Fort
Weit
Weit fort

Den Wind spüren


Nass und kalt auf der Haut
Zitternde Fingerspitzen
über den schwarzen Tasten
und der Angst
Und den meergrünen Sternen.
Kommen und gehen und bleiben

LuJa




















Mittwoch, 12. Januar 2011

Sonnenaufgang

Morgens im Halbdunkel aus der Tram fallen, verschlafener Blick, müder Gang. Den Mantelkragen hochschlagen, den Gedanken an das Aufsetzen eines verwegenen Blickes sofort wieder verwerfen, auf jeden Schritt Acht geben, es ist glatt in dieser kalten klamm gefrorenen Stadt. Und es ist noch immer Winter. Die Schritte, nach und nach sicherer, wacher geworden, führen durch einen kleinen Park. Plötzlich das lächelnde Zwitschern einer Amsel hören, dadurch den Kopf gen Himmel wenden und dann - die Sonne geht auf. Famos. Eigentlich wie jeden Morgen. Und dennoch ein klitzekleines Wunder. Ein zartes Lächeln macht sich breit. Was wird aus diesem Tag? Das ist völlig egal. Die Amsel und die Sonne. Die Sonne und die Amsel. Am Leben sein. Laufen und genießen.

Nachtzauber

Der Mond errötet
Kühle durchweht die Nacht

Am Himmel
Zauberstrahlen aus Kristall

Ein Poem
besucht den Dichter

Ein stiller Gott
schenkt Schlaf
eine verirrte Lerche
singt im Traum
auch Fische singen mit
denn es ist Brauch
in solcher Nacht
Unmögliches zu tun

Rose Ausländer (1901 - 1988)


Keine Gedichte
im Augenblick
ich will leben

Morgen
vielleicht
glückt das Wort
weißes Blatt
Wald voller Vögel

Ich
spitze die Ohren
sehe mit den
Eulenaugen der Nacht

keine Gedichte
Morgen
vielleicht

Rose Ausländer


http://www.myspace.com/davethies/music/songs/fly-away-21888317

Montag, 27. Dezember 2010

Wunder, zum Anfassen...

Schließ die Augen. Was ist das?
Es schmeckt.
Wonach?
Zitroneneis. Wie Sommer. Wie ein wahr gewordenes Wunder.
Zum Glücklichwerden?
Vielleicht.

Manchmal. Ab und an geschieht ein Wunder. Und die Augen sind nicht geschlossen. Und der Schlaf weit fort. Wach, hellwach sein. Und leben... Ich bin glücklich über jedes Wunder, das mich hinterrücks überfällt. Über jede lang erhoffte Antwort, über jeden Sonnenstrahl, der sich warm auf mein Gesicht legt, über jede neue Nuance Blau, über jeden Pinselzug Chagalls, Monets, Dalís, über jeden neu entdeckten guten Song. (Daraus ein Puzzle legen und es "Leben" nennen.)

Was geschah? Der Stein trat aus dem Berge.
Wer erwachte? Du und ich.
Sprache, Sprache. Mit-Stern. Neben-Erde.
Ärmer. Offen. Heimatlich.

Wohin gings? Gen Unverklungen.
Mit dem Stein gings, mit uns zwein.
Herz und Herz. Zu schwer befunden.
Schwerer werden. Leichter sein.

Paul Celan (1920 - 1970)


http://www.youtube.com/watch?v=nk5uf9hva6M




Dienstag, 21. Dezember 2010

Sommer im Kopf....

Laufen, hüpfen, vor Freude tanzen, hemmungslos glücklich sein und sich im Regen wild drehen, die Arme weit vom Körper gestreckt, den Geschmack des Regens auf der Haut spüren... es wird wieder Sommer. Hoffentlich bald. Der Schnee macht mürbe, wenn auch bedächtiger. Es wäre Zeit. Nur wofür? Augen zu, loslaufen, abheben. Über mir: Ein blauer Paraglider. Augen zu, genießen. Ich mag Sommer im Kopf. Wie verrückt.

Und

Und Wiesen gibt es noch
und Bäume und
Sonnenuntergänge
und
Meer
und Sterne
und das Wort
das Lied
und Menschen
und

Rose Ausländer (1901 - 1988)

Samstag, 3. April 2010

Damn That New Body

 
Your old door's closed
To your room, to your house, to your home
And a new body keeps you warm
I know what I said I'd feel
But I don't

Holly Throsby


Samstag, 21. November 2009

Wasser und Feuer


So warf ich dich denn in den Turm und sprach ein Wort zu den Eiben,
draus sprang eine Flamme, die maß dir ein Kleid an, dein Brautkleid:
Hell ist die Nacht,
hell ist die Nacht, die uns Herzen erfand
hell ist die Nacht!
Sie leuchtet weit übers Meer,
sie weckt die Monde im Sund und hebt sie auf gischtende Tische,
sie wäscht sie mir rein von der Zeit:
Totes Silber, leb auf, sei Schüssel und Napf wie die Muschel!
Der Tisch wogt stundauf und stundab,
der Wind füllt die Becher,
das Meer wälzt die Speise heran:
das schweifende Aug, das gewitternde Ohr,
den Fisch und die Schlange –
Der Tisch wogt nachtaus und nachtein,
und über mir fluten die Fahnen der Völker,
und neben mir rudern die Menschen die Särge an Land, 
und unter mir himmelts und sternts wie daheim um Johanni!
Und ich blick hinüber zu dir,
Feuerumsonnte:
Denk an die Zeit, da die Nacht mit uns auf den Berg stieg,
denk an die Zeit,
denk, daß ich war, was ich bin:
ein Meister der Kerker und Türme,
ein Hauch in den Eiben, ein Zecher im Meer,
ein Wort, zu dem du herabbrennst.

Paul Celan

Mittwoch, 18. November 2009

Holding Back The Years

©Marlies Jäger / irish-net.de
 
Holding back the years,
Thinking of the fear I've had for so long.
When somebody hears,
Listen to the fear that's gone. 
Strangled by the wishes of pater,
Hoping for the arm of mater,
Get to me sooner or later,

Nothing ever could, yeah.
I'll keep holding on,
I'll keep holding on,
I'll keep holding on,
I'll keep holding on.

Chance for me to escape from all I know.
Holding back the tears.
There's nothing here has grown.
I've wasted all my tears,
Wasted all those years.
Nothing had the chance to be good,

Nothing ever could, yeah.
I'll keep holding on,
I'll keep holding on,
I'll keep holding on,
I'll keep holding on
So tight.  
 
Simply Red