... salut de nouveau

Wieder auf Reisen.
Du fragst oft nach mir.
Ich telephonier
noch vorm Zubettgehen mit dir.


Freu mich auf den Moment,
wenn ich steh in der Tür,

und du läufst mir jauchzend entgegen.

...

Und dann öffne ich meine Arme für dich.
Ja, dann öffne ich meine Arme für dich!


Dann öffne ich meine Arme, Gerhard Schöne (1992)


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Sonntag, 6. Januar 2013

Wiedergefundenes.


Komm, wir bauen uns ein paar Flügel, schauen uns die Welt von oben an und träumen uns einen neuen Tag.

Karin an Luise


Donnerstag, 3. Januar 2013

Bubble


I won't let you fall, as low as I been
I promise to crawl until I'm back on my feet
If something went wrong, just think of me
If something went wrong, don't you know I'd be here

So who's been unfair, Who causes you sorrow?
And who's been unkind, Who burst you bubble?
And who drags you down, down, down, down?
Who handed out lights?
And now I'm in trouble

I won't let you fall, As low as I been
I promise to crawl, Until I'm back on my feet
If something went wrong, just think of me
If something went wrong, don't you know I'd be here

King Creosote and Jon Hopkins

Merci, M., pour cette découverte magnifique et bienfaisante!
L.




Donnerstag, 27. Dezember 2012

Bücher


Die Situation ist unklar. Ein kleiner Tisch in strömendem Wasser. Wenn seine Beine von normaler Länge sind, kann das Wasser nicht tief sein. Ein breiter Bach oder eine überflutete Stelle. An den kleinen Wellen und Wirbeln sieht man, dass es schnell fließt. Hinter dem Tisch so etwas wie ein Ufer, dann ein dunkler Hintergrund, eine Felswand oder ein bewachsener Hang. Der Tisch ist aus Metall, Platte und Beine sind aus dem gleichen glänzenden Material, modern, alles leicht erkennbar. Er gehört nur nicht ins Wasser, und das schon gar nicht, weil Bücher auf ihm liegen. Menschen sind nirgends zu sehen, ich bin hier der einzige.
Was für Bücher es sind, kann ich nicht sagen, sie liegen geschlossen da, nur der untere Schnitt ist sichtbar. Keine Rücken, keine Buchstaben. Sie sind nicht neu, die Bücher. Sie sind übereinandergestapelt, aber dennoch auch kreuz und quer. Wenn sie lange so liegenbleiben, werden sie feucht. Wem gehören sie? Wer hat sie dort gelassen?
Es könnten Registerbände sein, aber auch Anthologien, Lehrbücher, Abhandlungen, Meisterwerke. Weil sie durcheinanderliegen, kann ich sie nicht richtig zählen, es müssen ungefähr dreißig sein. Wenn ich lange schaue, wird es unbehaglich. Bücher wollen etwas von Menschen, das wollen sie immer, selbst wenn sie geschlossen sind. Ich weiß, dass die Bücher dort im Bach Titel haben, ich weiß, dass die Seiten mit Millionen von Zeichen bedeckt sind, die ich lesen kann, aber ich komme nicht dran. Es sind dicke Bücher, unendlich viele Worte müssen darin stehen, die etwas erzählen oder darlegen wollen, die die Gedanken derjenigen ausdrücken, die sie geschrieben haben. Außer dem strömenden Wasser gibt es zunächst kein eindeutiges Geräusch, dann aber höre ich unter dem leisen Rauschen ein langsam drängender werdendes wütendes Murmeln, als sänge ein Chor mit zusammengebissenen Zähnen, ein atonales, bösartiges Summen, das keine Bedeutung preisgibt, ein erstickendes Lamento aus Druckerschwärze und Papier, das Geräusch, das Bücher machen, wenn sie wissen, sie werden verbrannt oder ertränkt, die Trauer um das, was nie mehr gelesen wird. 

Cees Nooteboom, Briefe an Poseidon, Suhrkamp Verlag, 2013, Berlin



I'm tired
I'm weary
I could sleep for a thousand years

The Velvet Underground / Venus in Furs
(M an  L - 
Take your time, I won't wait.)


Dienstag, 4. Dezember 2012

Gedanken in die Dezembernacht gejagt ...


.... dann wünsche ich dir alles Gute für die Englischprüfung. Es wird schon gut gehen. Und die Erde dreht sich auch diese Nacht :)
Was geschieht in Templin, was erzählt Dein Zimmer und in welcher Nische sitzt deine Freude und dein Kummer?

Das sind echte Fragen, die da zu Dir hereingeschneit kommen, sich aufs Fensterbrett setzen und warten, bis sie beim Hören der Antworten dahinschmelzen. Wohin schmilzt man eigentlich, wenn man dahinschmilzt?
Dahin, ja, aber wo ist das da - hin? Schon wieder eine Frage mit weißem Antwortblatt, eine Winterfrage also, weiß und scheinbar unschuldig kalt.

Ganz unschuldig schmilzt auch der Kalender dahin, obwohl die Tageblätter, die er abwirft wie ein müder Baum, alles andere als unschuldig waren.
Sie waren randvoll mit Alltag, Freude, Glück, Schmerz, Sorge, Trauer .... all diesen Dingen, die wir Gefühle nennen und die uns den Magen umkehren,
die Haut narben, die Haare zu Berge stellen oder unsere Hände zittern lassen ...
Sie sind vergangen, dahin, verflossene Zeit, sichtbar gemacht durch die erfolgreiche Schlankheitskur des Kalenders.
Die Zeit ist kein Kalender zum Abreißen, sie ist ein Fluss, eine Welle.
Man schwimmt mit ihr oder gegen sie, Zeit hat einen Rhythmus wie auch das Leben.

Das stetige Auf und Nieder der Wellen nimmt uns mit, Hochs und Tiefs auf dem Meer, in den Wellen, beim Wetter, im Leben.
Alles hat seine Zeit, sagt die Bibel. Und im Zeitlauf den rechten Zeitpunkt zu finden, das ist Glück und Lebenskunst zugleich.

Augenblick mal. Wie oft wird dieser Satz ganz unbedacht dahingesagt.

Dieser winzige Augenblick ist unsere Zeit, genauso unscheinbar wie einzig.
Wir meinen, in einem Meer von Zeit zu schwimmen und haben doch immer nur einen Tropfen Vorrat.
Wie gut und wie heilsam doch Täuschung sein kann. .

Manchmal ist gerade sie es, die uns so zuversichtlich macht.
Zuversichtlich leuchten nun die Adventskerzen in Richtung Weihnachten.
Adventszeit ist Vorfreude auf das Ankommen.
Advent ist wie Honigessen. Allerdings, obwohl Honigessen etwas sehr Gutes ist,
was man tun kann, gibt es doch noch einen Augenblick, kurz bevor man anfängt, den Honig zu essen,
der noch besser ist, als das Essen selbst... (alte nordschwedische Honigbärenweisheit)

In diesem Sinne, Luise.

Liebe Grüße und gute Zeiten für jeden Augenblick :)
Falls Du lieber gute Grüße und liebe Zeiten magst, auch die wünsche ich Dir.

H.
(4. Dezember 2008)




Montag, 19. November 2012

Fuchen und sinden


neue menschen an den seiten
heißt dass die mitte
flankiert wird
und so das ganze neu.
nicht alle sieben jahre
wie volksmund
biologen es versprechen
dauernd passiert es
und ein mensch an der seite
ein seiteneinsteiger
reicht aus
um nebenbei,
fast nonchalant
das ich zu spiegeln
und zu ändern
ein anderer macht alles
anders
das andere
ist das neue
das uns selbst erneuert
solange wir noch offen sind
im sehen, denken und
im fühlen, du fühlst dich
wieder und wohl
nimmst schwung und schwingst
ins zwischenland
von tag und nacht
alltag und eintag
jetzt oder nie
gehst hand in hand
im hintergrund musik
der soundtrack des lebens
grüßt schwedisch oder portugiesisch
den linken linken platz
der nun nicht mehr mit leere prahlt
sondern besetzt ist wie bestellt
das geschenk des zufalls
das immer dann geliefert wird
wenn wir den wunschzettel
verlieren, wenn wir uns
lassen und zulassen
dass ist, was ist
und so ist
wie es
muss.

wer sich sinden lässt
braucht sich nicht
länger
fuchen.

Helgo, Januar 2011


Mittwoch, 17. Oktober 2012

Verwandlung, ungeahnter Natur.

   Schläfst du? Ich hab dich noch bei mir. Du bist Feuer und ich bin Holz. Bin nach Hause gekommen, es war feucht und das Holz ist jetzt weniger entzündlich. - Hab eine stille Melancholie und etwas klareren Gedanken heimgebracht. Jetzt lege ich mich hin, schließe die Augen: Es wird sich so anfühlen, als würde ich auf deine nächste Überraschung warten... Vielleicht mache ich sie erst im Traum wieder auf und du bist da... Auch durch Träume klären sich die Gedanken... gute Nacht! 

Wiedergefundene Post an  Luise


Um ein tadelloses Mitglied einer 
Schafherde sein zu können, muss
man vor allem ein Schaf sein.
Albert Einstein