... salut de nouveau

Wieder auf Reisen.
Du fragst oft nach mir.
Ich telephonier
noch vorm Zubettgehen mit dir.


Freu mich auf den Moment,
wenn ich steh in der Tür,

und du läufst mir jauchzend entgegen.

...

Und dann öffne ich meine Arme für dich.
Ja, dann öffne ich meine Arme für dich!


Dann öffne ich meine Arme, Gerhard Schöne (1992)


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Dienstag, 28. Juni 2016

Sommerlicher Garten



Grüne Wildnis, hinter dem Zaun zu schauen:
Blätterschatten und Wipfelneigen,
Und der Laube Geheimnis, bienenumbraust,
Herbergende
Zelle der Liebe,
Und neben dem Kiesweg, das Beet,
Wo das Blumenvolk haust,
Und über dem Wasserfaß steht
Wie aus Gold die Libelle –
Ach, daß es so sommerlich bliebe!


Georg Britting
aus: Jahreszeiten, Rimbaud Verlag, 2015, Aachen
 
 
 

Freitag, 30. Oktober 2015
















Jest dom, w którym śpi
król księżyc, konkubiny
i koniczyna.
 
Ein Haus, dort schlafen
König Mond, die Konkubinen
und der grüne Klee.

Andrzej Kanclerz
aus: H I Q, Rimbaud Verlag, 2016, Aachen 


Samstag, 17. Oktober 2015

Tollen im Neuschnee


 
 
blendendes Weiß wie nie wieder
und wie’s frostig im Kindermund schmilzt
Flieder von damals
der Duft verborgener Veilchen
Gras frisch gemäht
glühende Sonne
träumen im Nussbaum
kleine grün-braune Finger
auf rauher Rinde
all das – darf man es nennen
es zieht
es zieht
die Hand meiner Schwester
die so früh wieder losließ

Ilana Shmueli
aus: Leben im Entwurf, Rimbaud Verlag, 2012, Aachen

 



Donnerstag, 1. Oktober 2015


Du stromerst da so durch den Wald, fühlst dich wie Ronja Räubertochter, isst Blaubeeren vom Strauch und freust dich über den Sonnenschein, der durch die Äste funkelt.
Beim Pilzesammeln im Herbst


 

Freitag, 21. Juni 2013

Auf der Suche. Nach Erdbeeren.


Von allem geplagt, nur nicht vom Leben, nur nicht vom Sehen.
Ich will eine Zeit zurück, und in dieser Zeit einen Menschen.
Ein kurzer, phänomenaler Sprung nach hinten (besser: zurück?), und wenige Millisekunden später
Wieder zurück, im Jahr Hier.
Von deinen Träumen noch Schlafsand in meinen Augen -
also habe ich mir die Haare abgeschnitten, den Blick vertauscht,
das Lächeln geändert und bin ich geblieben. Den Blick ins weite,
vertraute Grün gerichtet, die Gedanken verloren und
Einen Hauch eines Parfums in der Nase.
Das Leben geht weiter.
Sagt man so.
Meins springt voran, ab und an einen scharfen Blick über die Schulter werfend.
Du.
Du Unbenennbarer.

L. / 21er juin 2013, Templin



Zwei Jahre später lese ich diesen Text wieder und entdecke - nur noch Spuren einer Vergangenheit. Jetzt lebe ich, neu, anders, ich bin glücklich, ich liebe und werde geliebt. 
Und das ist ebenso wundervoll wie kostbar. 
L.


Donnerstag, 20. Juni 2013

Birne

Die Luft in der Tram duftet nach Birnen, sonnenwarmen Birnen.
Und ein wenig Ice Dive von Adidas. Wunderschön und skurril zugleich.

Berlin, 21.30

Dienstag, 1. Januar 2013

Sehen und Anfangen


ein neues beginnen
vom alten losgelöst
in sicherer, aber sichtbarer entfernung
einiges werde ich vermissen 
anderes wiederkehren sehen
meine hoffnung,
meine hoffnung.

Luise



Ja, die Frühlinge brauchten dich wohl. Es muteten manche
Sterne dir zu, dass du sie spürtest. Es hob
sich eine Woge heran im Vergangenen, oder
da du vorüberkamst am geöffneten Fenster,
gab eine Geige sich hin. Das alles war Auftrag.
Aber bewältigtest du's? Warst du nicht immer
noch von Erwartung zerstreut, als kündigte alles 
eine Geliebte dir an? (Wo willst du sie bergen,
da doch die großen fremden Gedanken bei dir
aus und ein gehn und öfters bleiben bei Nacht.)
Sehnt es dich aber, so singe die Liebenden; lange
noch nicht unsterblich genug ist berühmtes Gefühl
Jene, du neidest sie fast, Verlassenen, die du
so viel liebender fandst als die Gestillten. Beginn
immer von neuem die nie zu erreichende Preisung;
denk: es erhält sich der Held, selbst der Untergang war ihm
nur ein Vorwand, zu sein: seine letzte Geburt.
Aber die Liebenden nimmt die erschöpfte Natur 
in sich zurück, als wären nicht zweimal die Kräfte, 
dieses zu leisten. Hat der Gaspara Stampa 
denn genügend gedacht, dass irgendein Mädchen,
dem der Geliebte entging, am gesteigerten Beispiel 
dieser Liebenden fühlt: dass ich würde wie sie?
Sollen nicht endlich uns diese ältesten Schmerzen 
fruchtbarer werden? Ist es nicht Zeit, dass wir liebend 
uns vom Geliebten befrein und es bebend bestehn:
wie der Pfeil die Sehne besteht, um gesammelt im Absprung
mehr zu sein als er selbst. Denn Bleiben ist nirgends. 

Rainer Maria Rilke, Auszug aus der ersten Duineser Elegie, Reclam Verlag, 1997/2008, Stuttgart




Let's  finish what we started... 
[Bastille]

Samstag, 8. Dezember 2012

...en cours de route.

Eine echte Begegnung kann in einem einzigen Augenblick geschehen.

Anaïs Nin


Je flotte dans l'air.
Je désiderais que je serais libre. 

L.



Mittwoch, 7. November 2012

Fragen


Jede Antwort schließt die Tür zu der Welt, die die Frage aufgestoßen hat.

[Danke an den unbekannten Buchkäufer & Zirkuspädagogen, 
der mir heute diesen Gedanken vermachte.]



Freitag, 19. Oktober 2012

[...]

Wie Andere uns um Worte reicher machen - heute wurde mir das Wort Heimatsucht geschenkt;
gebildet aus Heimat und Sehnsucht. Zu ehrlich für einen Freud'schen Versprecher,
ganz gleich, wie man Heimat auch definieren mag.

Luise - und ein stilles Danke an Necmettin,
dem ich dieses Wort zu verdanken habe.
Teşekkür ederim!




Sonntag, 14. Oktober 2012

Errare

Ich dachte, es wäre ein Weg. Ein glücklicher, schlichter und schöner.
Es war eine Kreuzung. Und das Glück eben in die entgegengesetzte Richtung verschwunden.

Luise

Freitag, 5. Oktober 2012

Heimelig.

Drei Tage Ruhe vor mir. Kiefernnadeln-Harken im Garten bei wolkigem Himmel, Herbst-Geruch in der Nase. Was für eine Erleichterung – wie einfach die Dinge hier wieder sind. Einfach-schön, wieder zu Hause Kind zu sein, sorglos und frei. Die noch unbezahlte Miete in meiner neuen Stadt, der noch leere Kühlschrank? Ganz gleich, es werden sich Lösungen finden lassen. Erst einmal – Laub harken, Bahn um Bahn. Einfach und schlicht. Und doch – welch atemloses blindes Spiel. Danke, Rilke. Mögest du dich bitte nicht in deinem Raroneser Grab umdrehen.
Noch eine Reihe und noch eine. Beruhigend.
Hardy kommt mir in den Sinn. Hardy, dessen gute, aber verschmitzte Frage „Wann muss ich nicht mehr Rasenmähen, um zu Hause willkommen zu sein?“ ich seinerzeit nur mit einem Lächeln bedacht hatte. An Hardy: Nie. Immer wieder werden wir aus dem Zug steigen, umarmt und dann mit einem Rasenmäher oder einer Harke versehen werden. Und genau das wird Zuhause bleiben; einige Tage in einer gewissen Rasenmäher-Sorglosigkeit.
Es wird dunkel. Ein vertrauter Ruf aus der Küche: Kommt doch endlich, der Salat ist fertig!
Und zum Abendbrot Deep Purple. Alles wie immer. Wie gut.

[5. Oktober 2012] Luise

Freitag, 28. Januar 2011

Zitronen und Lavendel

Wessen Fragen unbeantwortet zurücklassen
Wohin fliehen
Wen nicht verraten, preisgeben
Wessen Träume verwirklichen
Deine meine keine
Oder doch nur weiterfliegen und schweigen
Rücken an Rücken
Den Herzschlag des anderen schmecken

und fliehen


LuJa